Der Aktionstag und das Team
- wer wir sind, was wir wollen und warum -
Während der Studentenstreiks 1997 wurde das Bedürfnis Medizinstudierender, im Rahmen des Studiums auch außercurrikularen Inhalten mehr Raum zu geben, zur Forderung. Aus den Protesten entstand der Aktionstag Medizin, der seitdem regelmäßig - anfangs jedes Semester, seit einigen Jahren von Seiten der Fakultätsleitung auf das Wintersemester reduziert - stattfindet. Dieser - für Studierende pflichtveranstaltungsfreie - Tag bietet allen Mitgliedern der Universitätsmedizin Göttingen und Gästen von außerhalb der Fakultät die Möglichkeit sich zu informieren, zu diskutieren und Neues zu erleben.
Das Aktionstagsteam, das die Veranstaltungen und das Rahmenprogramm organisiert, besteht jährlich aus ungefähr 15 Studierenden die sich frei zusammenfinden. Wir haben das gemeinsame Ziel, ein vielseitiges Programm zusammenzustellen, das es den BesucherInnen ermöglicht , sich kritisch mit unserem Lehralltag und unserer Gesellschaft zu befassen. Dabei ergibt sich das jeweilige Programm aus einem Diskussionsprozess im basisdemokratischen Selbstverständnis des Aktionstags. Die thematische Zusammenstellung dieses Tages hat bereits in der Vergangenheit stets in verschiedensten Aspekten und Interessengebieten variiert. Beispielhaft sind hier zu nennen die Podiumsdiskussion zum freien Willen, Workshops zum Umgang mit der Pharmaindustrie, Vorträge über häuslich Gewalt, Intersexualität und Palliativmedizin, Erfahrungsberichte zu Famulaturen/PJ im Ausland.
Trotzdem ist es uns wichtig zu betonen, dass wir versuchen uns dabei frei von karriereorientierten und kommerziellen Einflüssen zu bewegen. Deshalb liegt es uns am Herzen vor allem Themen und Vortragenden Raum zu geben, deren Lobby weniger einflussreich ist und deren Medienpräsenz oft an den Rand gedrängt wird. Für uns Studierende ist Zugang zu kritischen, unabhängigen Informationen essentiell. Erst dadurch wird uns ein ärztliches Handeln als reflektionsfähige, engagierte Menschen nach ethischen Grundlagen und humanistischen Werten möglich.
In der Vergangenheit gab es Diskussionen über die inhaltlichen Schwerpunkte des Aktionstags. Dazu möchten wir kurz Stellung beziehen: bestimmten Themen am Aktionstag keinen Platz einzuräumen entspringt keineswegs einem Unwillen oder der Ansicht, dass diese keine Daseinsberechtigung hätten. Dies ist vielmehr gerade Ausdruck der aufrichtigen Gestaltung eines vielfältigen Tages, dessen - durchaus politische und kritische - Ausrichtung Vielen gerade in dieser Form am Herzen liegt.
Besucherzahlen von 700 - 1000 Teilnehmern jedes Jahr zeigen uns deutlich, dass unser bisheriges Konzept dabei auf große Resonanz stößt und der Bedarf unter Vielen sehr groß ist, sich durch Veranstaltungen zu informieren, die trotz der fortschreitenden Kommerzialisierung des Gesundheitswesens, Möglichkeiten aufzeigen und Inspiration geben alternative Perspektiven und Wege in Anbetracht zu ziehen.
Wir hoffen weiterhin Viele von euch mit unserem Programm zu inspirieren und freuen uns auf eure Teilnehme. Für Fragen und zur Diskussion stehen wir natürlich sehr gerne zur Verfügung und freuen uns auch jederzeit über Anregungen und Kritik.
