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Programm 11



Aktionstagstheke

Tombola, Informationen, Kaffee & Kuchen

Zeit: den ganzen Tag
Ort: vor HS 81

Vor dem Hörsaal 81 gibt es wie immer den großen Treffpunkt des Aktionstages: unsere Tombola und Kuchentheke. In der Nähe stehen Informationsstände verschiedener sozialer Projekte, die zum informieren und diskutieren einladen (z.B. die med. Flüchtlingshilfe Göttingen, der stud. Arbeitskreis Notfallmedizin, IPPNW…). Mit der Tombola möchten wir mit allen Sachspenderinnen gemeinsam zwei Projekte unterstützen: Foundatio arco iris in Bolivien und lokal in Göttingen die medizinische Flüchtlingshilfe e.V. Gegen Spenden für Lose können wieder eine Menge gute Preise gewonnen werden z.B. einige Bücher oder der begehrte Gutschein für die Tauchschule.


Ärzt*innen ohne Grenzen (MSF)

Referent*in: Dr. Christine Ochwadt
Zeit: 10:15
Ort: HS 44/45

Ärzte ohne Grenzen (frz. Medecins Sans Frontieres) ist eine internationale humanitäre Hilfsorganisation, die medizinische Nothilfe in Krisen- und Kriegsgebieten leistet. Menschen werden dabei unabhängig von religiöser Prägung, ethnischer Herkunft oder politischer Zugehörigkeit behandelt. In über 60 Ländern der Welt werden Hilfsprojekte durchgeführt. Die Einsätze umfassen kurzfristige medizinische Nothilfe in Katastrophengebieten, aber auch langjährige Einsätze in Konfliktregionen. Zu etwa 80 % finanziert sich Ärzte ohne Grenzen aus Privatspenden. Dr. Christine Ochwadt hat als Ärztin in mehreren Einsätzen für Ärzte ohne Grenzen gearbeitet, davon fast zwei Jahre im Südsudan. Sie die Organisation vorstellen und dabei auf die so genannten "Top Ten" der Katastrophenhilfe eingehen. Als Beispiel wird sie über ihre Arbeit im Südsudan sprechen.


Ayurvedische Medizin - Gesundheit ist mehr als nicht krank zu sein

Referent: Sadbhuja-Das
Zeit: 10:15
Ort: HS 91/92

Ayurveda, die traditionelle indische Wissenschaft, welche lange Zeit "Geheimwissen" war, gewinnt zunehmend auch in der westlichen Welt an Bedeutung. Im Zuge des steigenden Kostendrucks im deutschen Gesundheitswesen, wird man sich langfristig mit günstigen Alternativen zur aufwändigen "Gerätemedizin" beschäftigen und zudem mehr Energie in Präventivmaßnahmen investieren müssen. Hier könnten die Kenntnisse der ayurvedischen Medizin einen wichtigen Beitrag leisten. Der Vortrag soll einen Einblick in die Grundlagen der traditionellen indischen Heilkunst geben. Dabei werden Grundelemente wie "Pulsdiagnose", "Ursachenheilung" und "ganzheitliches Körperverständnis" erklärt. Der Referent Sadbhuja-Das hat viele Jahre in Indien gelebt und reist nun durch Europa, um sein Wissen weiterzugeben.


Die neue Approbationsordnung- "Fluch oder Segen?" & BM/MA für Medizin?

Referenten: Oliver Metzing - Studierender der
                Bundesvertretung der Medizinstudierenden                 (bvmd)
                Dr. Dr. H.W. Krannich - Niedersächsische                 Ärztekammer
Zeit: 10:15
Ort: HS 55

Kaum ein Studium ist so sehr gesellschaftlichen Anforderungen und dem aktuellen politischen Diskurs unterworfen wie das nur scheinbar neutrale medizinische Studium. Zwar ist die Medizin nicht Teil der Bologna Reform geworden, jedoch zieht sich der Transformationsprozess des Staatsexamens Studiengangs weiterhin durch so manches Studierendenleben. Ob es die Änderung der Approbationsordnung (AO) 2003 war oder deren geplante wiederholte Erneuerung im Jahr 2013 ist, ob es sich um die Frage dreht, was vor oder nach dem PJ geprüft werden soll und welcher Hammer im Examen geschwungen wird... es diskutieren eine Menge Interessenvertretungen mit. Nicht alle Interessen lassen sich miteinander vereinbaren. Welcher Raum für die Bedürfnisse der Studierenden dabei selber bleibt ist fraglich. Vielfach finden die Diskussionen fernab der Basis in Gremien statt, ohne dass Studierende einen wesentlichen Einfluss nehmen können. Daher wird Oliver Metzing über die aktuelle Diskussion der neuen AO und wie diese zustande kommt berichten, sowie über Tücken und Möglichkeiten in diesem Prozess sprechen. Dr. Dr. H.W. Krannich wird uns über die Pläne mancher Universitäten aufklären die medizinischen Studiengänge als BA/MA durchzuführen und erläutern warum die BÄK daran weiterhin Kritik übt. Im Anschluss werden wir gemeinsam diskutieren.


Nazis und Rassismus erkennen - aktiv gegen Nazis

Referent*innen: Helge von Horn, antifaschistische Aktivist*innen aus Göttingen
Zeit: 10:15
Ort: HS 04

In letzter Zeit hört mensch im Zusammenhang mit dem Thema Rechtsextremismus immer wieder davon, dass sich das Aussehen der Szene stark verändert habe. Tarnung, eine Art Versteckspiel und Unterwanderungstaktik sollen angewandt werden. Wenn das so ist, können wir Rechtsextremisten dann überhaupt noch erkennen? Und woran? Und wenn sie erkannt werden, was können wir dann überhaupt tun, wo kann ich Rat und Hilfe finden? Diese Fragen sollen in dem Workshop angesprochen werden. Darüber hinaus wird es aber auch die Möglichkeit geben, sich über aktuelle Entwicklungen, wie die Mordserie des sogenannten "Nationalsozialistischen Untergrunds" auszutauschen. Da die Faschist*innen auch in der Region Göttingen ihre menschenverachtenden Machenschaften betreiben, wird es ebenfalls einen kurzen Vortrag über Nazis in Südniedersachsen in der Veranstaltung geben.


Krankheit in verschiedenen Kulturen Psychotherapeutische Arbeit mit Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund - Bewegung im transkulturellen Raum

Referentin: Veronika Wolf
Zeit: 10:15
Ort: HS 95

Die Behandlung von Patient*innen mit Migrationshintergrund stellt sich in der Gesundheitsversorgung zwar als alltägliches Phänomen dar, wird aber häufig als zusätzliche Anforderung wahrgenommen. Die Teilnehmenden werden für den Einfluss von Kultur bei Krankheitssymptomen, Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit, Ressourcen, Krisenbewältigung, Familienstrukturen, etc. sensibilisiert. Veranstaltungsziel ist die Vorbereitung auf bzw. Unterstützung in der Behandlung solcher Patient*innen.


"Live-Fallbesprechung" des Klinischen Ethikkomitees

Referent*innen: Mitglieder des Klinischen Ethikkomitees (KEK) der UMG
Zeit: 10:15
Ort: HS 01/02

Welche Behandlung ist im Interesse der Patient*in? Wer entscheidet für die Patient*in, wenn diese selbst nicht entscheidungsfähig ist? Wie verbindlich ist die Patientenverfügung? Fragen wie diese stellen sich im klinischenAlltag auf Station oft und führen nicht selten zu Konflikten im Team bzw. mit der Patient*in und deren Angehörigen. In solchen konflikthaften Situationen können sich Ärzt*innen, Pflegekräfte, Patient*innen, ihre Angehörigen sowie andere an der Patientenversorgung beteiligte Personen an das Klinische Ethikkomitee wenden und eine ethische Fallbesprechung auf Station beantragen. Ziel einer solchen Fallbesprechung ist es, im Gespräch mit allen Beteiligten zu einer gemeinsamen Lösung des Konflikts zu gelangen. Im Rahmen des Workshops wird das Klinische Ethikkomitee und das Instrument der ethischen Fallbesprechung in Form einer "Live-Beratung" vorgestellt.


Gebäude der UMG-Umbaumaßnahmen und Betrieb + Führung

Referent: Dipl. Oec. K. Kiene
Zeit: 10:15
Ort: HS 69/71

Wer hat sie nicht mitgekriegt die Diskussion über Neubauten und die Umbauarbeiten? Ein neuer OP zwischen RoKo und Klinikum? Abriss des Bettenhauses 1? Über diese Themen gibt Herr Kiene, Geschäftsbereichsleiter des Gebäudemanagements in dieser Veranstaltung u.a. Auskunft (ca 20-30min). Anschließend folgt eine interessante Klinikumsführung an Orte, an die nicht jede kommt ... auf das Dach des UBFT und zu den automatischen Transportanlagen im Keller (20-30min).


Führung durchs Klinikum

Referent: Dipl. Oec. K. Kiene
Zeit: 10:30
Ort: Treffpunkt vor HS 81

Eine interessante Klinikumsführung an Orte, an die nicht jede kommt ... auf das Dach des UBFT und zu den automatischen Transportanlagen im Keller (20-30min).


Dem Himmel ein Stück näher

Referentin: Friederike Quack
Zeit: 11:15
Ort: HS 44/45

Arco Iris - bunt, dunkel und hell wie ein Regenbogen ist das Leben der Straßen- und Waisenkinder von Padre Jose, die in seiner Regenbogenhilfsstiftung auf 4000m Höhe in La Paz leben. Die Hilfsorganisation Fundacion Arco Iris wurde 1994 vom katholischen Priester Josef Maria Neunhofer gegründet. Sie setzt sich für Straßenkinder und mittellose Familien in La Paz, der Hauptstadt von Bolivien, ein. Ziel ist den Straßenkindern, die ohne familiäre tragende Bindungen aufwachsen einen sicheren Schlafplatz, Essen, Gesundheit, Kleider und eine Ausbildung zu ermöglichen. Darüber hinaus versuchen die Mitarbeiter*innen von Arco Iris psychologische und seelische Unterstützung der Kinder zu gewährleisten. Was gibt es dort für Aufgaben, um das Leben dieser hilfsbedürftigen, jungen Menschen zu fördern? Davon berichtet euch die ehemalige FSJlerin Friederike Quack.


Amputationen - Schnitte in die Persönlichkeit?

Referentin: Gerda Lücke
Zeit: 11:15
Ort: HS 91/92

Amputationen bleiben ein wichtiges Thema in der Medizin. Gerade als Spätfolge von Diabetes und Rauchen müssen immer wieder Gliedmaßen entfernt werden. Auch in der Frauenheilkunde kommt es vor, dass eine Brust während einer Krebstherapie amputiert werden muss. Die psychischen Folgen sind enorm und werfen grundsätzliche Fragen auf - in wie weit sind Körperteile auch Teile unserer Persönlichkeit? In wie weit definieren z.B. Brüste die Wahrnehmung der Weiblichkeit? Diesen und anderen Themen wird sich Gerda Lücke in ihrem Vortrag nähern.


Big Pharma und die Ärzte - vom gar nicht so aussichtslosen Kampf gegen die alltägliche Korruption

Referent*in: Günther Egidi
Zeit: 11:15
Ort: HS 01/02

Die Kosten, die die Krankenkassen für Medikamente ausgeben, übersteigen schon seit einigen Jahren diejenigen für sämtliche Honorare der niedergelassenen Ärzteschaft. Ein großer Teil ärztlicher Fortbildungen wird von Pharma-Unternehmen gesponsert. Dazu kommen kommerzielle Online-Learning-Portale. Die Praxen werden von Pharma-gesteuerten Streuzeitschriften überflutet. Anwendungsbeobachtungen dienen regelhaft dazu, die teilnehmenden Ärzt*innen an die jeweiligen Substanzen zu binden. Günther Egidi ist Hausarzt in Bremen und Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) - und Mitglied bei MEZIS ("mein Essen zahl ich selbst"). Er berichtet über mögliche Strategien aus dem täglichen Alltag, sich von Manipulation und Bestechlichkeit frei zu halten und trotzdem gut informiert zu sein.


STÄPS Tutorien

Referent*innen: STÄPS-Team
Zeit: 11:00, 13:00, 14:00
Ort: STÄPS

Im Rahmen des Aktionstages könnt ihr erste STÄPS-Luft schnuppern und einen Einblick in die Vielfalt unserer Tutorien gewinnen. Von Naht - und Knotenkurs bis zu diversen Untersuchungstechniken könnt ihr eine Vielzahl von praktischen Tutorien bei uns belegen. Heute möchten wir euch einen Einblick in unsere Arbeit geben und ausgewählte Tutorien im Kurzformat anbieten. Jeweils ab 12 Uhr und ab 14 Uhr startet eine Runde der Tutorien, zu denen ihr spontan erscheinen könnt. Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Euer STÄPS-Team freut sich auf reges Erscheinen,
11 Uhr: Kardiologie
           Sonografie
           Naht und Knotenkurs
           Radiologie
           Basic Skills für Vorkliniker 1
           Gynäkologie
13 Uhr: Auge
           Nähkurs
14 Uhr: EKG
           Allgemeine Untersuchung Innere
           Periphere Venenpunktion
           Radiologie
           Basic Skills für Vorkliniker 2


Führung: Rettungshubschrauber

Referent*in:
Zeit: 12:15
Ort: Treffpunkt vor HS 81

Kurzer Spaziergang zur Rettungswache der DRF. Falls der Christoph 44 unterwegs ist, werden wir es um 13:00 Uhr noch mal versuchen. Ansonsten erwartet uns ein Einblick in die Kabine, die notfallmedizinischen Leistungen und das Medizin-Equipment des Chr. 44 sowie die Möglichkeit viel zu fragen. Sollte der Hubschrauber zum Einsatz alarmiert werden, werden wir die Besichtigung abbrechen und den Startplatz zügig gemeinsam verlassen.


Gesundheitspolitik und wirtschaftliche Interessen

Referent*in: Hartmut Reiners
Zeit: 12:15
Ort: HS 44/45

In den Medien lesen wir von einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen aufgrund der demographischen Entwicklung und der medizinischen Fortschritte. Für dieses Menetekel gibt es keine belastbaren empirischen Belege. Genauso spekulierend ist die Aussage, die Anspruchmentalität der Versicherten triebe die Krankenkassenausgaben nach oben. Die Gesundheitsausgaben werden sicher weiter steigen, sagt Hartmut Reiners, aber das ist kein grundsätzlich dramatischer Vorgang, sondern mit zielgerichteten Reformen durchaus zu bewältigen. Das Gesundheitswesen ist ein riesiger Wirtschaftszweig, der Geld erwirtschaftet und 4,5 Mio. Jobs bereitstellt. Er wird aus guten Gründen nicht über den Markt, sondern über Recht und Politik gesteuert. Daher gibt es regelmäßige Reformen im Gesundheitswesen, die komplexe wirtschaftliche und politische Interessen berühren. Die politischen Auseinandersetzungen werden von Mythen und ideologischen Phrasen überlagert, die einer sachlichen Überprüfung nicht standhalten.


Medical Peace Work

Referent*in: IPPNW
Zeit: 12:15
Ort: HS 91/92

Medizinische Friedensarbeit - was ist das genau? Wo kommen wir als Ärzt*innen mit Gewaltvorbeugung und Friedenserhalt in Berührung? Was können wir tun? Wir werden in einem Planspiel in verschiedene Rollen schlüpfen und direkt von Erfahrungen über die Arbeit in diesem Bereich hören.


Leben retten mit Blutstammzellspende

Referent*in: Dr. Neumeyer
Zeit: 12:15
Ort: HS 55

Bis Mitte des 20. Jhds. bedeutete die Diagnose "Leukämie" oder "Blutkrebs" den sicheren alsbaldigen Tod. Ersten Erfolgen mit Zellgiften und Bestrahlungen folgten damals einzelne Erfolge durch KM-Transplantation bei eineiigen Zwillingen. Heute sieht die Situation ganz anders aus. Neben effektiven Therapieschemata (Zytostatika, Bestrahlung) kann heute die Blutstammzell-Transplantation erfolgreich eingesetzt werden, wenn ein wirklich passender Spender zur Verfügung steht. Diese Veranstaltung wird über die modernen Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der Blutstammzellspende berichten. Außerdem können im Anschluss praktische Fragen zur Spende besprochen werden.


Sterberechtliche Problemstellungen aus juristischer und ärztlicher Sicht

Referent*in: Herr Graefe, Rechtsanwalt des Vereins                  "Humanität u. Selbstbestimmung e.V."
Zeit: 12:15
Ort: HS 04

Die heutigen medizin-technischen Möglichkeiten führen für Ärzt*innen und Pflegepersonal oft zu schwierigen Problemstellungen, wenn nämlich das Leben von schwerkranken Patienten - oftmals auch von Komapatienten - langzeitig mit technischen Geräten künstlich aufrechterhalten wird. Nicht selten sieht sich die Ärzt*in der Forderung der Patient*in oder ihrer Angehörigen ausgesetzt, "abzuschalten" und so das Leben zu beenden. Neben gravierenden ethischen Fragen muss die Ärzt*in strafrechtliche und berufsrechtliche Konsequenzen befürchten, wenn er solchen Forderungen unberechtigt nachkommt oder - was ebenfalls zu Schwierigkeiten führen kann - solchem Verlangen pflichtwidrig nicht nachkommt. Wie sollen oder können Ärzt*innen, die in der Regel keine Jurist*innen sind, diese rechtlich komplizierten Fragen lösen und die richtige Entscheidung treffen, um nicht Maßnahmen der Landesärztekammer oder gar der Staatsanwaltschaft befürchten zu müssen? Der Vortrag soll eine Darstellung der Rechtssituation sowie Lösungsmöglichkeiten anhand praktischer Beispiele aufzeigen.


Sexismus: erkennen, benennen & bekämpfen

Referent*in: Sina Rohde (AStA Genderreferat)
Zeit: 12:15
Ort: HS 95

"Sexismus an der Uni? Das gibt's doch gar nicht mehr!" Doch, das gibt es noch. Sexismus und sexualisierte Übergriffe sind kein Schnee von gestern, sondern in unserer Gesellschaft und damit auch an Universitäten Alltag. Doch nur wenigen ist das bewusst. Das liegt z.B. daran, dass sexistische Verhaltensmuster so unterschwellig auftauchen, dass sie kaum bemerkt werden. Was genau das bedeutet und was dagegen getan werden kann, ist Ziel des Workshops und soll ausführlich diskutiert werden.


Workshop Gebärdensprache

Referent*in: Selma Kuhlmann
Zeit: 12:15 und 14:15
Ort: HS 01/02

"Wie reagiere ich, wenn ein Patient*in gehörlos ist und ich nicht gebärden kann? Wie verhalte ich mich, wenn ein/e Dolmetscher/in anwesend ist? Wie kann ich meinen Namen in Gebärdensprache mitteilen?" Nach einer kurzen Einführung in die Themen "Gebärdensprachen" und "Gehörlosigkeit" könnt ihr das Fingeralphabet und einige Vokabeln und Sätze auf Deutscher Gebärdensprache (DGS) lernen und gerne eure Fragen stellen.


Biologismus in der Kritik Ein Workshop zur Kritik deterministische Haltungen in der Wissenschaft.

Referent*in: : Leute vom Bildungsverein junge Linke aus Hannover
Zeit: 12:15
Ort: HS 69/71

Mit Biologismus wird hier salopp eine Theorie bezeichnet, die sich aus der Verknüpfung von Evolutionstheorie und Verhaltensforschung entwickelt hat. Verterter*innen biologistischer Theoreme treffen sinngemäß Aussagen wie: wenn sich das Skelett eines Menschen in die Skelette anderer Wirbeltiere übersetzen lässt, was je nach evolutionärer Verwandtschaft leichter (Gorilla) oder schwieriger (Blauwal) ist, so lasse sich analog auch menschliches Verhalten in das Verhalten des Tieres übersetzen, aus dem es hervorgegangen sei. Was bei dieser Vorgehensweise völlig ausgeblendet wird, ist der freie Wille des Menschen - und das ist kein Zufall, denn hier hört die Parallelität zum Tierreich auf. Menschen mögen in Rudeln leben wie Wölfe, ihre Kinder von Mund zu Mund füttern wie Schimpansen oder singen wie Wale - aber sie müssen es nicht. Diese Vielseitigkeit der Möglichkeiten widerlegt schon die Theorie eines angeborenen Verhaltens. Menschen können sich zu dem entscheiden, was sie tun und sie können sogar vernünftige Gründe für ihr Handeln haben. Jede biologische Determiniertheit hört da auf, wo über ein Verhalten nachgedacht, es reflektiert und geändert werden kann. In diesem Workshop soll es um die biologistischen/deterministischen Argumentationen gehen und diese sollen auf den Prüfstand der Kritik gestellt werden.


Burn-out bei Ärzt*innen

Referent*in: Dr. Daniela Prause
Zeit: 13:15
Ort: HS 91/92

Der Begriff des Burn-out existiert bereits seit mehr als 30 Jahren. H.J. Freudenberger, einer der Vorreiter der Burn-out-Forschung verwendete ihn für ein Phänomen, welches er bei freiwilligen Helfern in Selbsthilfe- und Kriseninterventionseinrichtungen beobachtete: es beschrieb einen psychologischen und physiologischen Zustand, der durch Depression, Erschöpfung, Zynismus, psychosomatische Beschwerden und Gleichgültigkeit gegenüber den Klienten charakterisiert war - und dies bei Helfer*innen, die anfangs hochmotiviert und idealistisch waren. Als Ursache wurde bereits zu diesem Zeitpunkt die Diskrepanz zwischen den eigenen idealistischen, hochgesteckten Erwartungen und den realen Umständen und Möglichkeiten zur Hilfestellung und Veränderung gesehen. Inhalt der Veranstaltung sind: Der Burn-out-Prozess; die Symptome und Diagnose des "Burn-out"; Ursachen, Entwicklung, Behandlung und Prophylaxe des Burn-out, speziell auf die Risikogruppe der Ärzt*innen bezogen.


PODIUMSDISKUSSION Wege am Lebensende - Dem Tod begegnen

Referent*innen:
Dr. Bernd Alt-Epping, Palliativstation Göttingen
Dieter Graefe, Humanität und Selbstbestimmung e.V.
Sadbhuja-Das, Hindu-Mönch
PD Dr. Alfred Simon, Akademie für Ethik in der Medizin
Moderation: Dr. Susanne Michl

Zeit: 13:15
Ort: HS 55

Der Tod beschäftigt uns alle im täglichen Leben oder zwangsläufig in unserem zukünftigen Job als Mediziner*in. Die Podiumsdiskussion soll uns anregen über unsere Sicht zum Tod nachzudenken. Jede Podiumsdikussionsteilnehmer*in beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit Sterben und Tod, kommt jedoch dabei zu einer ganz unterschiedlichen Sichtweise. In dieser Runde soll die drängende Frage nach dem Umgang mit dem persönlichen Lebensende intensiv erörtert werden. Das Publikum ist dabei herzlich eingeladen, durch eigene Beiträge die Diskussion zu bereichern.


Selbstverständlicher Umgang mit HIV-positiven Patient*innen - Vortrag mit Gespräch -

Referent*in: Simone Kamin, Dipl.-Sozialarbeiterin, Mitarbeiterin der Göttinger AIDS-Hilfe
Zeit: 13:15
Ort: HS 04

Bei dieser Veranstaltung geht es darum, Ängste und Unsicherheiten im Umgang mit HIV-positiven Patient_innen zu besprechen und abzubauen. HIV-Übertragungsrisiken sind im medizinischen Alltag sehr begrenzt, kalkulierbar und verhinderbar. Darüber hinaus steht die vorurteilsfreie, offene Begegnung mit Menschen, die mit HIV und Aids leben, im Mittelpunkt. Wir wollen den Blick darauf lenken, wie es heute ist, offen mit einer HIV-Infektion zu leben.


Vegane Erährung - Mange oder Vielfalt?

Referent*in: Soliküche JuZI
Zeit: 14:15
Ort: HS 44/45

Wer sich vegan ernährt oder ernähren möchte, ist immer noch mit vielen Vorurteilen konfrontiert: Was kann man dann eigentlich noch essen? Kuhmilch ist natürlich die beste Calcium-Quelle, oder? Und wo bekommen Veganer*innen eigentlich Eisen her? In unserem Vortrag werden wir erläutern, welche Nährstoffe gebraucht werden und wofür sie wichtig sind, woher sie bei einer veganen Ernährungsweise bezogen werden können, und auf welche Nährstoffe besonders geachtet werden muss. In den Pausen bietet die Soliküche an ihrem Stand vegane Häppchen zum probieren an!


Perspektive Assistenz*ärztin = Perspektive Streik & Arbeitskampf?

Referent*in: Aktivist*innen von ver.di, Sven Denoni (Marburger Bund)
Zeit: 14:15
Ort: HS 91/92

Arbeitsbelastung, Überstunden, Dienste, Bereitschaftszeiten, Fortbildung und Lehre in der "Freizeit"… wer kennt sie nicht schon im Studium die Nachteile der medizinischen Berufe? Um sich später im Betrieb Krankenhaus für die eigenen und die Belange von Kolleg*innen und Patient*innen einsetzen zu können macht es Sinn, sich über die Möglichkeiten der Organisierung, meist in gewerkschaftlichen Strukturen, zu informieren. Der Ärzt*innenstreik 2006 und die Warnstreiks 2010 und 2011 zusammen mit anderen Berufsgruppen und der Gastronomie am Klinikum haben gezeigt, dass die Arbeitsbedingungen und die Tarife im Gesundheitssektor ebenso Verhandlungssache sind wie in anderen Sektoren. Außerdem wird in der aktuellen Debatte deutlich, dass auch Gesundheitsarbeiter*innen eine Notwendigkeit sehen zu streiken und auch Möglichkeiten dazu haben. Sven Denoni vom Marburger Bund wird über die Tarifverhandlungen des Marburger Bundes 2011, die Streikvorbereitungen und den - nun ohne Streik erreichten Abschluss - referieren. Die Kolleg*innen von der Gewerkschaft ver.di, die berufsgruppenübergreifend organisiert sind, werden uns über die letzten Jahre der Arbeitskämpfe an der UMG und in Niedersachen berichten und erläutern welche Perspektiven es für gemeinsame Arbeitskämpfe noch gibt. Zu dieser Veranstaltung möchten wir alle Studierenden genauso wie die Beschäftigten am Klinikum egal aus welcher Berufsgruppe auch immer einladen.


Freiräume an (Uni)Kliniken - erstreiten oder verhandeln? Über das KOMM in Frankfurt (Main)

Referent*in: Studierende aus Frankfurt (M)
Zeit: 14:15
Ort: HS 95

Freiräume an med. Fakultäten sind oft eine Seltenheit. Lehrräume und Trainingszentren gibt es mittlerweile viele, Sitzecken für Lerngruppen ebenfalls. Jedoch Räume die jede*r Studierende ohne weiteres Nutzen kann, in denen soziales Leben direkt am Campus oder im Klinikum stattfindet, in denen mensch auch mal ohne Bibliotheksaufsicht diskutieren kann findet mensch selten. In Göttingen gibt es am Zentralcampus das "Autonomicum" - Freiraum Café, das von vielen Vorkliniker*innen genutzt wird. So etwas gab es in Frankfurt lange: einen von der Basis der Studierenden selbstverwalteten Raum. Das Kommunikationszentrum "KOMM" das sich Studierende erkämpft hatten und mal mehr und mal weniger mit sozialem Leben und Selbstverwaltung oder Partys füllten. Dieses wurde 2011 im Zuge von Umbau Maßnahmen abgerissen, und die Studierenden setzten ein neues Gebäude durch, das sie selbst verwalten und nutzen können. Zwei Aktivist*innen der med. Fachschaft Ff(M) werden uns von diesen Verhandlungen berichten und von den (Un)möglichkeiten die das Erstreiten und Verteidigen der eigenen sozialen Räume mit sich bringt.


International community & studies in Göttingen - from Fellowstudents to Colleagues

Referent*in: Yu Wang (Ausländischer Studierendenrat ASR), Isabel Rudat (AStA Sozialreferat)
Zeit: 14:15
Ort: HS 69/71

Im (Medizin)studium gibt es viele Mitstudierende aus anderen Staaten mit denen wir gemeinsam unseren Lebens- und Lernalltag, sowie das soziale Umfeld in Göttingen gestalten. In diesen Prozessen selbstbestimmt handeln zu können und durchsetzungsfähig zu sein, ist für viele Studierende, egal wo sie herkommen, wichtig. Oft genug gibt es aber Probleme, seien es sprachliche Barrieren, Zusatzbelastungen durch Ämterschikane oder Leistungsdruck von zuhause und leider oft Ressentiments von Lehrenden und anderen Studierenden. In diesen Fällen helfen oft die Communities selbst oder solidarische Mitstudierende und die gewählten Vertreter*innen. Yu Wang vom Ausländischen Studierenden Rat (ASR) wird erläutern was mit dem ASR erreicht werden kann, wo es Sinn macht sich einzubringen und welche Arbeiten gerade getan werden. Isabel Rudat vom AStA Sozialreferat wird berichten, was für Beratungsangebote und Hilfestellungen der AStA geben kann, damit Menschen nicht alleine unnötigen Belastungen ausgesetzt werden und dadurch fähig sind ihre Rechte wahrzunehmen und für diese einzutreten. In der Diskussion wird es Gelegenheit geben, herauszufinden wo die Probleme gerade liegen und wie sich (Medizin)studierende hier für einander einbringen können.


Alles möglich - alles gut? Möglichkeiten und Grenzen der Fortpflanzungsmedizin aus ethischer Perspektive

Referent*in: Stephanie Bernstein
Zeit: 15:15
Ort: HS 44/45

Die Fortpflanzungsmedizin befindet sich im Spannungsfeld von Erweiterung technischer Möglichkeiten und Überlegungen zur Grenzsetzung in der Anwendung dieser. In kaum einem anderen Fachbereich wird dabei so kontrovers diskutiert und emotional argumentiert. Reicht das "Bauchgefühl" für die Bewertung fortpflanzungsmedizinischer Verfahren? Welchen Beitrag kann die Ethik leisten?


Oury Jalloh - Tod in einer Polizeizelle

Referent*in: Oury Jalloh Initiative Dessau
Zeit: 15:15
Ort: HS 55

Oury Jalloh verbrannte 2005 unter mysteriösen und bis heute ungeklärten Umständen im Polizeigewahrsam einer Dessauer Polizeiwache. Zu viele "Zufälle" führten dazu, dass der Tod Oury Jallohs bis heute nicht aufgeklärt wurde. Viele Ungereimtheiten wurden erst spät bekannt. Oury Jalloh verbrannte gefesselt auf einer feuerfesten Matratze. Ein Feuerzeug tauchte später plötzlich auf der Aservatenliste auf. Der Feueralarm wurde leise gedreht und ignoriert und erst eine zweite von Freunden veranlasste Obduktion zeigte, dass Oury Jallohs Nase gebrochen war.
Die med. Flüchtlinshilfe Göttingen hat Referent*innen der Oury-Jalloh-Kampagne eigeladen. Diese unterstützt seit Jahren die Familie und Freunde beim Prozess gegen die beteiligten Polizisten. Die med. Flüchtlingshilfe möchte über den aktuellen Stand dieses erschreckenden Falls und den immer noch laufenden Prozess zu berichten.


Prävention sexuellen Missbrauchs an Kindern

Referent*in: Dr. Georg Stolpmann, Forensische Psychiatrie                  und Psychotherapie UMG,
                 Nora Struszczynski, M.sc. Psychologie
Zeit: 15:15
Ort: HS 04

Es gibt kaum ein Ereignis, das die gesunde Entwicklung eines Kindes stärker beeinträchtigt, als ein sexueller Missbrauch. Entsprechend wichtig ist demnach die Verhinderung sexueller Übergriffe durch Ansprechen und Behandlung potentieller Täter. Dieses Ziel wird durch unser Projekt "Prävention sexuellen Missbrauchs" seit dem 1. Juli diesen Jahres verfolgt. Das Angebot richtet sich an alle Personen, die ein sexuelles Interesse an Kindern haben, dieses jedoch nicht in die Tat umsetzen wollen, oder aber bereits Kinderpornographie konsumiert haben. Neben einer umfangreichen Diagnostik der sexuellen Präferenz nach aktuellen wissenschaftlichen Standards bieten wir kognitiv-verhaltenstherapeutisch ausgerichtete Therapiestunden im Einzel- und Gruppensetting. Der Vortrag soll dazu beitragen, die unterschiedlichen Formen sexuellen Missbrauchs zu verdeutlichen und unser Projekt auch unter Medizinstudierenden bekannt zu machen.


Gesundheit ist (k)eine Ware!

Referent*in: Prof. Wulf Dietrich (VDÄÄ)
Zeit: 15:15
Ort: HS 44/45

Wie andere Bereiche der Grundsicherung wird das Gesundheitswesen im derzeitigen politischen Diskurs einem Ökonomisierungszwang und einer schleichenden Privatisierung unterworfen. Dies passiert obwohl es sich um ein öffentliches Gut handelt. Hier gibt es bereits verschiedene geschaffene Fakten, wie z.B. die Einführung von ärztlichen Verkaufsangeboten/IGeL1, oder die Privatisierung ganzer Universitätskliniken z.B. in Marburg/Gießen, die einzeln und in der Summe kritisiert werden können. Welche Auswirkungen diese Privatisierung auf die Gesundheitsversorgung einzelner Regionen hat, und wohin es führt wenn dann auch noch die fachärztliche Behandlung in medizinischen . Versorgungszentren (MVZ) des gleichen Konzerns passiert, soll in dieser Veranstaltung deutlich werden. Fakt ist: wenn Gesundheit ein Warencharakter zugeschrieben wird, verstärkt die soziale Ungleichheiten und wirkt auf die sozialen Determinanten von Gesundheit negativ zurück. Prof. Wulf Dietrich wird von den verschiedenen Ebenen berichten auf denen sich Menschen gegen die Verwertung ihrer Gesundheit zur Wehr setzen, seien es die Patient*innen Initiativen in Hessen, oder die Kassenärzt*innen in Bayern oder die Beschäftigten in der Charité Berlin. Er arbeitet seit Jahren im Verein demokratischer Ärzt*innen (VdÄÄ) mit und ist derzeit Vorsitzender des Vereins.